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Länderrisiko: Libyen

Flagge Libyen

🇱🇾 Libyen (engl. Libya)

Embargo / Sanktionen
⚠️ Ja / UN-, EU- und Einzelsanktionen prüfen
FATF gelistet
❌ Nein / nicht in FATF-Liste 13.02.2026
EU-Hochrisikoland
⚠️ Aktuelle EU-Liste und Sanktionen prüfen
Nationale Risikoanalyse DE
⚠️ Sanktionen, Konflikt, Öl, Bargeld, Schmuggel, Migration, Waffen & TF relevant

🔎 Kurzbewertung

Gesamtrisiko: HOCH

Score: 88 / 100

Libyen erscheint in der FATF-Liste der Jurisdiktionen unter verstärkter Überwachung vom 13. Februar 2026 nicht als gelisteter Staat. Unabhängig davon ist das AML/CFT-Risiko sehr hoch durch UN-/EU-Sanktionsbezug, bewaffnete Gruppen, politische Fragmentierung, Ölsektor, Korruption, Bargeld, informelle Transfers, Schmuggel, Waffenhandel, Menschenhandel, Migration, Terrorismusfinanzierungsrisiken, Grenzregionen, Staatsunternehmen, Beneficial Ownership und schwer kontrollierbare Zahlungs- und Warenströme.

📊 Risiko-Dashboard

FATF / EU / Sanktionen
18 / 30
Korruption / Staatssektor
20 / 20
Organisierte / Konfliktrisiken
20 / 20
Finanzsystem / BO
14 / 15
Öl / Bargeld / Schmuggel
15 / 15

🔍 Detailanalyse

FATF-/MENAFATF-Status

Libyen ist MENAFATF zuzuordnen und erscheint in der FATF-Increased-Monitoring-Liste vom 13. Februar 2026 nicht. Die formale Nichtlistung reduziert jedoch nicht die erhebliche Einzelfallrelevanz durch Sanktionen, Konfliktwirtschaft und institutionelle Fragmentierung.

Sanktionen, Konfliktwirtschaft und Öl

Das zentrale Risikoprofil ergibt sich aus bewaffneten Gruppen, konkurrierenden Machtstrukturen, Öl- und Staatssektor, staatlichen Vermögenswerten, Korruption, PEPs, Sanktionsbezug, Exporterlösen und schwer nachvollziehbarer wirtschaftlicher Kontrolle.

Bargeld, Schmuggel, Migration und Terrorismusfinanzierung

Weitere Risiken bestehen bei Bargeld, informellen Transfers, Schmuggel, Waffenhandel, Menschenhandel, Migration, Grenzregionen, Terrorismusfinanzierung, Treibstoffströmen, Immobilien und Drittstaatenzahlungen.

⚖️ Praxis-Einordnung für Geldwäschebeauftragte

  • Libyen-Bezug grundsätzlich als hohes Risiko behandeln, auch ohne aktuelle FATF-Grey-List-Einstufung.
  • EDD bei Sanktionen, Öl, Staatssektor, PEPs, Bargeld, informellen Transfers, Migration, Waffen-/Schmuggel- oder TF-Bezug anwenden.
  • Eigentum, Kontrolle, wirtschaftliche Begünstigte, Endverwendung und Drittstaatenrouten besonders dokumentieren.
  • Sanktions-, TF-, Konflikt-, Korruptions-, Negative-Media- und PEP-Indikatoren eng verzahnen.

🧭 Handlungsempfehlungen

  • Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit Libyen-Bezug nur nach dokumentierter Einzelfallfreigabe behandeln.
  • Monitoring auf Sanktionsumgehung, Öl-, Bargeld-, Drittstaaten-, Schmuggel-, Migrations- und TF-Muster ausrichten.
  • UBO-, Eigentum-/Kontroll- und Endverwendungsprüfung bei Projekt-, Handels- und Staatssektorstrukturen vertiefen.
  • MENAFATF-/FATF-Status, UN-/EU-Sanktionen und Konfliktlage regelmäßig aktualisieren.

📚 Quellen

  • FATF – Jurisdictions under Increased Monitoring, 13 February 2026
  • MENAFATF – Libya AML/CFT Context
  • EU Sanctions Map / Libya Sanctions
  • UN Security Council – Libya Sanctions Regime
  • Transparency International – Corruption Perceptions Index
  • Global Organized Crime Index
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