Newsletter 3_2018

der Antimafia-Newsletter

Liebe Leserinnen und Leser, 

als wir unsere Gedenkveranstaltung für die unschuldigen Opfer der Mafia konzipierten, lebte Jan Kuciak noch. Wir beschlossen, Journalisten dabei in den Mittelpunkt zu stellen, weil sie ihr Leben riskieren, um unbequeme Wahrheiten ans Licht zu bringen. Wir wählten den Film Fortapàsc aus, der die Geschichte des Reporters Giancarlo Siani aus Neapel erzählt. Jetzt hat das Thema traurige Aktualität.

Die Organisierte Kriminalität ist vorne mit dabei, wenn es darum geht, die Pressefreiheit mit Gewalt zu verletzen. Wir mussten das im vergangenen Oktober feststellen, als Daphne Caruana Galizia ermordet wurde, und auch die Stimme von Jan Kuciak wurde mit Pistolenschüssen zum Schweigen gebracht. Die Tatsache, dass auch seine Verlobte ermordet wurde, zeigt, dass diese Rohheit auch Menschen nicht verschont, die Ideen, Hoffnungen und das Leben mit jemandem teilen, der oder die für die Wahrheit arbeitet. Wer also die entsprechenden Informationen mitbekommen haben könnte, sollte aus Sicht der noch immer nicht gefundenen Auftraggeber verschwinden.

Dieses Ziel der Mörder und der Auftraggeber wurde aber zum Glück nicht erreicht. Die Information ist immer noch da, und zwar stärker als je zuvor. Inzwischen wissen alle, dass der Filz aus (italienischer) Mafia, Korruption und Politik auch die Slowakei betrifft, so dass auch der Premierminister Fico dem Druck nachgeben und zurücktreten musste. Die Frage ist, wie stark dieser Filz in anderen Ländern ist. Auch in Deutschland haben nicht wenige wichtige Politiker und andere wichtige Entscheider ihren Lieblingsitaliener, bei dem sie gerne essen, und der als Mafioso bekannt ist.

Auch in Deutschland ist die Mafia wieder in den Blickpunkt gerückt. Zuletzt hat der Abgeordnete Peter Trapp das Problem im Senat in Berlin aufgeworfen. Seine ist eine weitere Parlamentsanfrage in einer Reihe, die mit unserer großen Antimafia-Konferenz im vergangenen Jahr ihren Ausgang genommen hat. Anfragen in den Landtagen von Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen führten dazu, dass die jeweiligen Landesregierungen sich mit dem Phänomen auseinandersetzen mussten. In Berlin wollte Trapp wissen, was der Senat über Verflechtungen zwischen Mafia und Wirtschaft weiß, über Geldwäsche, Gewalt und Einschüchterung sowie der Einfluss der Mafia auf Politik und öffentliche Verwaltung. Weiter fragte er, was der Senat gegen Drogenhandel unternehme. Die Antwort ist vor allem negativ. Sie lässt sich einfach gesagt so zusammenfassen: 0 PolizistInnen beschäftigen sich nur mit der italienischen Organisierten Kriminalität und es gibt 0 Fälle diesbezüglich. Ob hier ein Zusammenhang besteht? Eine Statistik wird auch nicht geführt, was bedauerlich ist, sonst wäre der Polizei-Führungsebene sicher aufgefallen, dass sich in Schöneberg ein italienischer Mafioso wohl als Cyberkrimineller betätigt hat.

In der Anfrage hat Peter Trapp auch unseren Verein erwähnt, der sich als NGO in Berlin für ein verstärktes und effizienteres Vorgehen gegen Organisierte Kriminalität einsetzt. Der Berliner Senat schreibt, dass nur Aussagen über das Hellfeld getroffen werden, die auf polizeilichen Ermittlungen beruhen. Wir arbeiten weiter dafür, dass das Dunkelfeld ans Licht kommt – hier in Berlin und anderswo.

Wir wünschen eine angenehme Lektüre!

Viele Grüße, das Team von Mafia? Nein, Danke! e.V.

NACHRICHTEN

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21 März 2018, Gedenktag der unschuldigen Opfer der Mafia in Foggia

Seit 1996 organisiert Libera einen Tag, der dem Gedenken der Mafiaopfer gewidmet ist und sich ihren Familienangehörigen widmet: Jahr für Jahr hat diese Bewegung der Zivilgesellschaft eine immer größere Anerkennung von Seiten der Institutionen gewonnen, bin hin zum DDL Nr. 1894 im letzten Jahr, das der Aktion die volle Gültigkeit verliehen und den 21. März zum „Internationalen Gedenktag der unschuldigen Mafia-Opfer” ernannt hat.

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Die Ermordung von Jan Kuciak: Ein neuerlicher Angriff auf die Pressefreiheit

In der letzten Wahlkampfphase in Italien wurde ein Thema weiterhin auffällig totgeschwiegen: Das Problem der Organisierten Kriminalität, im Lande selbst wie auch im Ausland.Und das obwohl – wie unter anderem Staatsanwalt Grattiere anmerkt – die kalabrische Mafia auch nach den Duisburger Morden weiterhin praktisch ungestört ihren Geschäften nachgeht, häufig in einem Graubereich zwischen Legalität und Illegalität.

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Der Schlussbericht der parlamentarischen Antimafiakommission in Italien

Am 21. Februar 2018 wurde dem italienischen Senat der Schlussbericht der von Rosy Bindi geleiteten parlamentarischen Antimafiakommission vorgestellt. Dieser beinhaltet die Arbeit der Legislaturperiode 2013-2018. Die Aufgaben der Antimafiakommission, die zum ersten Mal im Jahre 1962 einberufen wurde, umfassen die Untersuchung, Ermittlung und Informationen zum Thema Mafia. Zusammengesetzt ist die Kommission aus Abgeordneten und Senatoren der italienischen Republik.

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Drogenhandel in Südamerika: Wer sind die Akteure?


Auf dem Kongress „Contromafie“, der in Rom Anfang Februar zum vierten Mal stattfand, leistete Lucia Capuzzi, Journalistin der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ und Expertin für Südamerika, einen interessanten Beitrag zum Thema „Drogenhandel und mexikanische Drogenkartelle“. Ihr Vortrag lädt uns ein, unseren Blick auch auf andere kriminelle Akteure zu richten, die jedoch mit denen in Europa in Verbindung stehen und zusammenarbeiten. 

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VORSCHAU

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21. März, Gedenktag für die unschuldigen Opfer der Mafia

Das nächste Treffen von Mafia? Nein, Danke! e.V. wird  am Mittwoch, dem 21. März, im Regenbogen-Kino stattfinden. Wir zeigen aus Anlass des italienischen Gedenktages für die unschuldigen Opfer der Mafia einen Film über den mutigen Journalisten Giancarlo Siani aus Neapel. 

Was: Projektion des Films "Fortapasc" (2009) + Diskussion; 
Wann: Mittwoch, 21.03.2018, 19:30 Uhr
Wo: Regenbogen Fabrik, Lausitzer Str. 22, Berlin (Kino).
Eintritt frei, freiwillige Spende erbeten; Film in italienischer Sprache mit englischen Untertiteln. 
 

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The Private Corruption Barometer

Der Anti-Korruptions-Bericht der EU von 2014 stellt fest, dass es an Instrumenten und Indikatoren zur Messung von Korruption zum Schaden der Privatwirtschaft mangelt.

Das Projekt „The Private Corruption Barometer“ mit Partnern aus Bulgarien, Italien, Spanien und Deutschland hat versucht, die fehlenden Instrumente zu entwickeln. Der deutsche Partner, der Verein Mafia? Nein Danke! e.V., stellt bei dieser Veranstaltung die Ergebnisse zur Diskussion.

Was: Projekt "The Private Corruption Barometer" + Diskussion; 
Wann: Dienstag, 10.04.2018, 16-19 Uhr
Wo: Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstr. 22-24 10623 Berlin

Die Teilnahme ist entgeltfrei möglich, eine Online-Anmeldung (siehe Ticket-URL) ist erforderlich.

AUS DEM VEREIN

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Büro gesucht

Das Team von Mafia? Nein, Danke! e.V. sucht baldmöglichst eine neue Bleibe. Ein Raum mit zehn, zwölf Quadratmetern und Internetanschluss würde uns genügen. Sachdienliche Hinweise bitte an info@mafianeindanke.de. Vielen Dank!

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Wir suchen Übersetzer/innen!

Wir haben bereits einen Stamm von Übersetzerinnen und Übersetzern, die uns tatkräftig unterstützen und denen wir von Herzen für ihre tolle Arbeit danken! Dennoch freuen wir uns über weitere Unterstüzung. Sprechen Sie also Deutsch und Italienisch und haben Sie Zeit und Lust, sich ehrenamtlich für “Mafia? Nein, danke!” zu engagieren? Dann melden Sie sich bitte und kontaktieren uns bitte über unsere E-mail Addresse info@mafianeindanke.de. 
Wir freuen uns auf Sie!

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